Dienstag, 2. Oktober 2012

Ich hatte einen (Alb)Traum...

Eigentlich sollte hier heute der 5.Teil über die Erlebnisse der alten Linde in meinem Heimatort stehen. Aus aktuellem Anlass wird das jedoch zunächst auf morgen verschoben - wenn denn nichts dazwischenkommt.
Eben gerade bin ich nämlich aus einem Albtraum hochgeschreckt. Dieser spielte sich tatsächlich so ab:

Ich sitze in einem eher spärlich eingerichtetem Raum auf einem Stuhl. Direkt neben mir sitzt, ebenfalls auf einem Stuhl, ein mir bis dato im realen Leben vollkommen unbekannter Mann ungefähr meiner Altersklasse. Uns gegenüber in einem Sessel sitzt mit einem etwas verkniffenen Gesichtsausdruck - Angela Merkel! Ich kann aber nicht sagen, wo ich überhaupt bin und wie ich dort hingekommen bin. Der Traum setzte leider erst an dieser Stelle ein.
Angela Merkel mustert uns beide abwechselnd intensiv, spricht aber kein Wort. Mein Nebenmann raunt mir leise zu "Pass bloß gut auf, was Du jetzt sagst". Plötzlich geht rechts von uns beiden Stuhlsitzern die Tür auf und Rainer Brüderle betritt den Raum. Er geht strahlend und strammen Schrittes auf Angela Merkel zu, bleibt vor ihr stehen und sagt mit stolzgeschwellter Brust: "Wir und mit uns die Märkte haben auf ganzer Linie gesiegt!" Angela Merkels Gesichtszüge entspannen sich nun deutlich. Sie schweigt aber weiterhin. Ich schaue daraufhin sie und Rainer Brüderle fest an und sage zu ihnen: "Ich habe ja grundsätzlich nichts gegen Euch und Eure Märkte. Aber die Märkte und ihre Gestalter müssen, wenn es sie denn schon mal gibt, human sein und ausschließlich dem Wohl aller Menschen dienen und nicht umgekehrt." Ich vernehme nun direkt neben mir ein leises Stöhnen und aus dem rechten Augenwinkel heraus gewahre ich, wie mein Nebenmann entsetzt die Hände vor sein Gesicht schlägt. Weder Angela Merkel noch Rainer Brüderle äußern sich zu meiner Einlassung. Beide glotzen mich nur mit starrem Blick an, Merkel im sitzen und Brüderle schräg neben ihr stehend. Auf einmal fliegt die Tür auf, zwei Uniformierte stürmen herein, fesseln meine Arme mit einer etwas rostigen Eisenkette an meinen Körper, zerren mich vom Stuhl hoch und umgehend auch aus dem Raum - Ende des Traums, weil erschrocken aufgewacht.

Ich kenne mich nun mit Traumdeutung leider absolut nicht aus. Deshalb meine Fragen an Menschen, die sich mit dieser Thematik auszukennen vermeinen: Ist es "normal" oder sogar schädlich, wenn einen derartige Schreckgespenster sowie die Märkte auch noch im Schlaf verfolgen? War das jetzt eine Art Zukunftsvison hinsichtlich eines eventuellen und letztlich gescheiterten Revolutionsversuchs im Michelland? Oder war es eher eine Botschaft auf eine zukünftige staatliche Reaktion, falls vereinzelte Bürger sich der gesetzlich vorgeschriebenen Marktkonformität verweigern sollten? Oder aber steckt schlicht und ergreifend rein gar nichts dahinter und es handelt sich bei diesem Albtraum lediglich um einen kleinen Streich, den mir mein Gehirnkasten gerade eben gespielt hat?

Um erhellende und ggf. beruhigende Antwortvorschläge wird dringend gebeten...


Kommentare:

  1. Meine These: Das Unterbewußtsein, welches belastet durch den politischen Alltag sich ab und an entleeren muss, tat dies im Traum - welcher die Funktion eines Verdauungstraktes übernahm.
    Kein Grund zur Beunruhigung also.

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  2. Eine Zukunftsvision. Jedem, der nicht marktkonform ist, wird es so ergehen. ;)

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  3. Als kleiner Junge träumte ich viel vom Krieg; obwohl 8 Jahre nach Kriegsende geb.. - Mit 18 J. kam ich zur die KOV (Kriegsopferversorgung) und habe dort 8 Jahre gearbeitet.

    Wenn ich heute all meine Albträume Revue passieren lasse, kann ich zusammenfassend sagen, dann bin ich schon schon mindestens tausend Tode gestorben (ermordet).

    Mit diesen beiden Aussagen möchte ich zu folgendem Resumee kommen:
    bei allen (vielen) Deutungsmöglichkeiten über Träume, glaube ich, besonders aus meiner Erfahrung, daß alles mit allem
    zusammenhängt.

    Dem Traum nur eine Art Verdauungsfunktion zuzuschreiben kann ich nicht zustimmen. Ich glaube sogar, daß Träume in uns eine Art Verbindung mit Verstorbenen herstellen, um uns auf das Vergängliche im Leben aufmerksam zu machen.

    Hinzufügen möchte ich noch, daß Träume keineswegs angstauslösenden Charakter haben - eher das Gegenteil dürfte zutreffen.

    Grüße
    Hartmut

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